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Germanistische LinguistikHausarbeiten

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Hinweise für die Erstellung von Hausarbeiten

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Martin Haase
Fassung Juli 1999

Inhalt

Hilfestellungen für die Verfassung von wissenschaftlichen Arbeiten gibt es in Hülle und Fülle. Ich empfehle einen Blick in die nächste Buchhandlung. Als gutes Beispiel möchte ich Eco (1992) nennen. Billiger ist z.B. Poenicke (1988). Hier einige Hinweise, die als Ergänzung zu solchen Büchern die Besonderheiten der Erstellung einer sprachwissenschaftlichen Arbeit betreffen, denn wie in der Literaturwissenschaft oder der Geschichte haben sich auch hier gewisse Konventionen entwickelt, die sich möglicherweise von denen anderer Fächer unterscheiden.

Sprache

In der Sprachwissenschaft kommt es natürlich auch auf die richtige sprachliche Form einer Arbeit an, d.h. die Arbeit sollte argumentativ klar, knapp und präzise formuliert sein. Auf literarische Wörter und Wendungen ist zu verzichten. Fachtermini sind richtig zu verwenden, auf überflüssige Fremdwörter und komplexe Schachtelsätze sollte jedoch verzichtet werden. Grundlage für deutschsprachig verfaßte Arbeiten ist die deutsche Standardsprache, wie sie durch den Duden, einschlägige Wörterbücher (z.B. Wahrig) und Grammatiken (z.B. Dudengrammatik) kodifiziert ist. Zum Verfassen einer Arbeit ist der Gebrauch solcher Hilfsmittel unerläßlich. Auch sollte man seine Arbeit Korrektur lesen lassen.

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Aufbau, Gliederung, Länge, äußere Form

Ein klarer und übersichtlicher Aufbau ist wünschenswert. Am besten bedient man sich der Dezimalgliederung (1.1, 5.1.3 usw.), die jedoch vier Gliederungstiefen nicht überschreiten sollte. Ein gezählter Unterpunkt muß mindestens einen Absatz umfassen, darf sich also nicht auf einen Satz beschränken. Unabhängig davon sind die Beispiele durchzunumerieren und die Seiten mit Seitenzahlen zu versehen (mit Ausnahme der Titelseite und der ersten Seite des Inhaltsverzeichnisses, die jedoch mitzählen).

Ein Protokoll oder eine Zusammenfassung (z.B. eines Referats) sollte fünf Seiten nicht überschreiten (zuzüglich Bibliographie und Grafiken), aber nicht in Stichwörtern verfaßt sein. Seminarhausarbeiten sollten zwanzig Seiten nicht überschreiten. Examensarbeiten haben idealerweise eine Länge von 60 bis 80 Seiten; Magisterarbeiten können auch schon mal länger sein, sollten aber 120 Seiten nicht überschreiten. Bei langen Arbeiten ist ein Inhaltsverzeichnis wünschenswert, das am Anfang steht (vor Beginn des eigentlichen Textes der Arbeit). Es empfiehlt sich, einen Computer zu benutzen (natürlich reicht auch eine Schreibmaschine). Hierzu stehen an der Universität Geräte mit Textverarbeitungs- oder Schriftsatzprogrammen zur Verfügung (CIP-Pool). Hervorhebungen im Text sollten sparsam vorgenommen werden (durch Kursivierung oder ersatzweise Unterstreichung), zumal solche Hervorhebungen (wie auch die Verwendung von ,,Gänsefüßchen``) eine spezielle Funktion haben, von der noch die Rede sein wird (Kennzeichnung von primärsprachlichen Daten und Buchtiteln). Ein weiterer Wechsel der Schriftart (außer für Überschriften) ist zu vermeiden. Die Arbeit sollte auf einseitig bedrucktem DIN-A4-Papier zusammengeheftet oder im Schnellhefter abgegeben werden. Bitte etwas Rand lassen, nicht zu engzeilig schreiben und vorzugsweise ungebleichtes Umweltpapier verwenden.

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Primärsprachliche Daten

Sprachbeispiele sind in einer sprachwissenschaftlichen Arbeit unabdingbar. Sie können (vor allem wenn es sich um Wortgruppen oder Sätze handelt) auf einer neuen Zeile beginnen (bitte in runden Klammern numerieren) und brauchen dann nicht (kursiv) hervorgehoben zu werden:

(1) ...and yet I see thee still.

Beispiele in exotischen Sprachen müssen nicht nur übersetzt, sondern auch analysiert und glossiert werden. Man spricht auch von Interlinearübersetzung oder interlinearer Morphemübersetzung. Sehr detaillierte Hinweise dazu finden sich in Lehmann (1980). Bei den grammatischen Kategorien sollte man sich der entsprechenden (abgekürzten) Termini bedienen. Ein Abkürzungsverzeichnis ist am Ende nach dem Text (vor Fußnoten und Bibliographie) beizugeben:

(2)     Gatu-a-k    txori-a    arrapa-tze-n    du.
Katze-IDV-ERG    Vogel-IDV    fang-NOM-IN    hab.3s.ABS.3S.ERG    
Baskisch: `Die Katze fängt den Vogel.'

Primärsprachliche Belege im laufenden Text werden kursiv oder durch Unterstreichung gekennzeichnet (ohne Anführungszeichen!), z.B.: Das baskische Wort txori heißt `Vogel'. Bedeutungen bzw. Übersetzungen werden in einfache Anführungszeichen (`...') eingeschlossen. Doppelte Anführungszeichen (im Deutschen: ,,...``) werden für Zitate (mit Quellenangabe!) verwendet: ,,Die Quellen muß man unmittelbar auswerten [...]`` (Eco 1992: 67, Hervorhebung im Original). Eigene Ergänzungen in Zitaten stehen in eckigen Klammern. Längere Zitate können als eingerückter Absatz (eventuell mit kleineren Typen) geschrieben werden (dann üblicherweise ohne ,,Gänsefüßchen``):

Früher war die Universität nur für eine Elite da. Es besuchten sie nur die
Kinder von Leuten, die selber studiert hatten. Von wenigen Ausnahmen
abgesehen, konnte jeder, der studierte, über seine Zeit frei verfügen.
[Eco 1992: 1]

Phonetische Transkriptionen werden durch eckige Klammern gekennzeichnet: [i], phonologische durch Schrägstriche: /i/ (im Zweifelsfalle nimmt man eckige Klammern). In der Regel bedient man sich der API/IPA-Zeichen (Association de phonétique internationale, International Phonetic Association, vgl. IPA 1981). Man kann je nach Sprache auch andere konventionalisierte Transkriptionssysteme verwenden, muß sich aber für eins entscheiden. Klammern bzw. Schrägstriche stehen nur am Anfang und am Ende einer Transkription (d.h. nicht jedes Wort einklammern!). Wenn ein numeriertes Beispiel nur aus einer Transkription besteht oder wenn die Transkription nicht von einer orthographischen Repräsentation unterschieden werden muß, können die Klammern auch weggelassen werden. Einzelne Grapheme werden gelegentlich durch spitze Klammern gekennzeichnet: <z> steht im Baskischen für /s/, Morpheme manchmal durch geschweifte Klammern: {-a} ist das Individualisierungsmorphem des Baskischen.

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Quellenangaben, Bibliographie, Fußnoten

Zitiert wird in der Regel in Kurzzitierweise (Name des Autors, Jahr, Seitenzahlen), und zwar im fortlaufenden Text (ggf. in runden oder eckigen Klammern). Verweist man mehrmals hintereinander auf dasselbe Werk reicht die Angabe ebd. (ebenda), id. (idem) oder ähnliches mit der Angabe der Seitenzahl. Es ist ungünstig, dafür extra eine Fußnote einzurichten. Die Kurzzitierform verweist auf die nach Autoren alphabetisch sortierte Bibliographie am Ende der Arbeit. Es gibt verschiedene Bibliographiekonventionen. Für eine muß man sich entscheiden (siehe Duden oder eine sprachwissenschaftliche Zeitschrift wie Language ). Nützlich ist, daß selbständige Publikationen (Titel kursiv oder unterstrichen) von unselbständigen (Aufsätze in Zeitschriften oder Sammelbänden, Titel in Anführungszeichen) unterschieden werden. Selbständige Publikationen werden unter Angabe von Ort und Verlag (Kurzname wie z.B. Benjamins reicht). Hier ein Muster:

Die Jahreszahl kann (einheitlich) auch am Ende (ggf. vor der Seitenzahl) stehen. Gängige Zeitschriftentitel können abgekürzt werden. Bei mehreren Beiträgen aus einem Sammelband sollte dieser selbst in die Bibliographie aufgenommen werden, so daß in der bibliographischen Angabe bei den Einzelbeiträgen nur die Kurzzitierweise verwendet zu werden braucht. Von Fußnoten sollte sehr sparsam Gebrauch gemacht werden, besonders wenn sie nicht auf derselben Seite, sondern ersatzweise am Ende des Textes (vor der Bibliographie) stehen. Ständiges Nachblättern der Fußnoten ist eine Qual. Stehen die Fußnoten am Ende, so folgen sie dem Abkürzungsverzeichnis, gehen aber der Bibliographie voraus.

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Abkürzungen
ERG
IDV
IN
NOM
PRS
S
Ergativ
Individualisierer
Inessiv
Nominalisierer
Präsens
Singular


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Bibliographie

Eco, Umberto (1992): Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt, 5. Auflage (= UTB 1512), Heidelberg: Müller, z.Zt. DM 28,80.

IPA (1981 [1949]): The Principles of the International Phonetic Association, being a description of the International Phonetic Alphabet and the manner of using it, illustrated by texts in 51 languages, London: IPA/University College, ca. DM 10. [Auch viele Lehrbücher enthalten entsprechende Tabellen.]

Lehmann, Christian (1980): Guidelines for Interlinear Morphemic Transcription, Köln: Institut für Sprachwissenschaft. [Für Perfektionisten!]

Poenicke, Klaus (1988): Duden: Wie verfaßt man wissenschaftliche Arbeiten? 2. neubearb. Aufl. (= Dudentaschenbuch 21), Mannheim: Duden (Bibliographisches Institut), ca. DM 20.

M.H., Feedback:
8.3.1998, 25.6.1999

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