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TU Berlin

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Semiotisches Wettrüsten: Zur Evolution artübergreifener Kommunikation

Paul Bouissac, Universität Toronto

Summary. When one biological species improves its survival equipment as a direct consequence of an improvement in the survival equipment of another (say, predator) species, then these two species enter an arms race. Once the storage and selective sharing of vital information become rewarding survival strategies, semiotic warfare starts. The evolutionary response to the deciphering of an intraspecific code by the members of another species is concealment and deception, and the evolutionary response to this is in turn mind-reading, i.e. the accurate prediction from subliminal cues of what the members of another species will actually do. Mind-reading applied to allospecific communication requires metacommunication, i.e. the capacity to represent a communication process independently of the given situation. According to the author, true symmetrical interspecific communication can only be conducted when the members of two different species are both endowed with metacommunicative competence. The analysis of a variety of cases in the interaction between species leads to the result that, on Earth, only humans have metacommunicative competence. Mankind’s efforts to engage in communication with other animal species therefore seems to rely on selfdeception.

Zusammenfassung. Wenn eine biologische Art ihre Überlebensausstattung in direkter Reaktion auf die Verbesserung der Überlebensausstattung einer anderen Art (etwa der der Jäger) verbessert, so kommt es zwischen den beiden Arten zum Wettrüsten. Sobald die Speicherung und selektive Mitteilung von lebenswichtigen Informationen lohnende Überlebensstrategien werden, beginnt die semiotische Kriegführung. Die evolutive Antwort auf die Entzifferung eines arteigenen Kodes durch die Mitglieder einer fremden Art ist Vertuschung und Täuschung, und die evolutive Antwort auf diese besteht im Gedankenlesen, d.h. in der durch unterschwellige Hinweise geleisteten Vorhersage des tatsächlichen Verhaltens der Mitglieder der fremden Art. Gedankenlesen in Anwendung auf fremde artinterne Kommunikation erfordert Metakommunikation, d.h. die Fähigkeit, einen Kommunikationsprozeß unabhängig von der gegebenen Situation zu repräsentieren. Nach Ansicht des Verfassers läßt sich echte symmetrische artübergreifende Kommunikation nur verwirklichen, wenn die Mitglieder zweier verschiedener Arten beide das Vermögen zur Metakommunikation haben. Die Analyse einer Reihe von Beispielen zwischenartlicher Interaktion führt jedoch zu dem Ergebnis, daß auf Erden nur der Mensch über das Vermögen zur Metakommunikation verfügt. Das menschliche Streben, mit den Lebewesen anderer Arten in eine Kommunikation einzutreten, muß daher als Selbsttäuschung erscheinen.

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Dialog oder Duett? Kind oder Parasit? Kommunikation oder Manipulation?

Paul Bouissac, Universität Toronto

Summary. The author scrutinizes the protocol of a case of interaction between a trainer, an investigator, and the parrot Alex. He concludes that, following the hypothesis that this is a meaningful dialogue for the parrot, this animal must be assumed to have a complex grammatical and pragmatic competence far transcending the simple capacity to correlate sounds and concepts of which Pepperberg speaks. The extraordinary sensibility of the parrot concerns more the sound patterns than the semantic structures, and his interactive utterances make use of two-part sound patterns and presuppose the presence of a cooperative partner  as well as a rival. The author therefore favors the hypothesis that, for the parrot, the interaction under investigation is nothing but a form of duetting, possibly cued through low frequency sounds unwittingly produced by the trainer. Viewed from an ethological perspective, the trainer treats the bird as a child schooled in a foreign language and to be scolded or rewarded according to its performance. Turning round the question of the ethological pattern within which the laboratory situation makes sense to the bird, the author points out that it behaves like a parasite, which obtains food, social attention and protection from its natural predators by imitating their young. According to the author, Pepperberg’s work supplies no evidence that the parrot acquired cumulative knowledge through the teaching to which it was submitted; it rather improved its capacity to manipulate, just as a wild parrot might do in the wilderness. The ethological perspective thus shifts the emphasis in the explanation of Pepperberg’s remarkable data from hypotheses on communication and cognition to hypotheses on the animal’s capacity for situation-specific manipulation.

Zusammenfassung. Der Verfasser prüft das Protokoll einer Interaktion zwischen einer Trainerin, einer Versuchsleiterin und dem Papagei Alex. Er kommt zu dem Schluß, daß das Tier unter der Hypothese, daß es diese Interaktion als einen sinnvollen Dialog erfährt, über eine grammatische und pragmatische Kompetenz verfügen müßte, die die von Pepperberg beschriebene simple Fähigkeit, Lautfolgen mit Konzepten zu korrelieren, weit übersteigt. Die außergewöhnliche Sensibilität des Papageis betrifft mehr die Lautmuster als die semantischen Strukturen, und seine interaktiven Äußerungen orientieren sich an zweiteiligen Lautfolgen und setzen die Anwesenheit eines kooperativen Partners sowie eines Rivalen voraus. Der Verfasser befürwortet daher die Hypothese, daß die untersuchte Interaktion für den Papagei nichts als eine Form des Duettierens ist, die möglicherweise durch niederfrequente Laute unterstützt wird, welche die Trainerin unwissentlich produziert. Aus ethologischer Perspektive betrachtet, behandelt die Trainerin den Vogel als Kind, das in einer Fremdsprache unterrichtet wird und entsprechend seinen Leistungen ausgeschimpft oder belohnt werden muß. Was die umgekehrte Frage betrifft, im Rahmen welches ethologischen Musters die Laborsituation für den Vogel Sinn macht, so weist der Verfasser darauf hin, daß der Vogel sich wie ein Parasit verhält, der Nahrung, soziale Betreuung und Schutz vor seinen natürlichen Feinden erlangt, indem er deren Junge nachahmt. Nach Ansicht des Verfassers liefert Pepperbergs Arbeit keine Belege dafür, daß der Papagei aufgrund des Unterrichts, dem er ausgesetzt war, kumulatives Wissen erworben hat; er hat eher seine manipulatorischen Fähigkeiten verbessert, wie wilde Papageien es auch in der Wildnis machen. Unter ethologischer Perspektive verschiebt sich also der Schwerpunkt der Erklärung für die bemerkenswerten Daten Pepperbergs weg von Hypothesen über Kommunikation und Kognition hin zu solchen über das situationsspezifische Manipulationsvermögen des Tieres.

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Kommunikation zwischen Mensch und Hund

Michael Fleischer, Ruhr-Universität, Bochum

Summary. Humans and dogs can be compared with respect to their behavioral systems, environments, channels of sign production and reception as well as to their learning abilities, sign repertories and world views. Like humans, dogs are capable of turning objects and behavior types into signs, as is documented in the present-creating and the throw-games syndromes. In communication among themselves, dogs use the optical, acoustic, tactile and olfactory channels in specific ways to produce and receive signs and supersigns. There is also communication between dogs and humans; however, the differences in the preferred channels of sign production and reception require mutual adaptation and the creation of a shared repertory in mutual interaction. As regards the cultural dimension of human-dog interaction, the use of dogs as instruments of defence and search, which is based on their aggression and game drives, has to be distinguished from their function as image signs of humans, which is based on requirements of human society alone. In conclusion, a list of criteria determining the quality of interaction and communication between humans and dogs is presented.

Zusammenfassung. Menschen und Hunde lassen sich vergleichen im Hinblick auf ihre Verhaltenssysteme, Umwelten und Kanäle der Zeichenproduktion und -rezeption sowie ihr Lernvermögen, ihre Zeichensysteme und ihre Weltbilder. Hunde haben wie Menschen die Fähigkeit, Gegenstände und Verhaltensweisen zu Zeichen zu machen, wie das Geschenk-Syndrom und das Wurfspiel-Syndrom zeigen. Bei der Kommunikation untereinander verteilen Hunde ihre Zeichen und Superzeichen in artspezifischer Weise auf den optischen, akustischen, taktilen und olfaktorischen Kanal. Hunde können auch mit Menschen kommunizieren, doch erfordern die Unterschiede in den bevorzugten Kanälen der Zeichenproduktion und -rezeption gegenseitige Adaptation und die Schaffung eines gemeinsamen Zeichenrepertoires im Umgang miteinander. Was die kulturelle Dimension der Interaktion von Mensch und Hund betrifft, so muß man unterscheiden zwischen dem Einsatz von Schutz- und Spürhunden, der auf dem tierischen Aggressions- und Spieltrieb beruht, und der Rolle von Hunden als Imagezeichen des Menschen, die allein von den Erfordernissen der menschlichen Gesellschaften diktiert ist. Zum Abschluß des Aufsatzes wird eine Liste von Kriterien angegeben, die über die Qualität der Interaktion und Kommunikation von Mensch und Hund entscheiden.

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Die Entwicklung von Interaktion, Semiose und Sprache

Horst M. Müller, Universität Bielefeld

Summary. This article offers a model for the phylogeny of the three types of interaction that can so far be found in Nature: interaction of material objects, semiosis of organisms, and human language. The problem of how abiotic matter developed into plants and animals and finally into complex organisms such as hominids can be considered solved, as far as the anatomical properties are concerned. However, the origins of semiosis and basic cognition processes are still a matter of debate. The same applies to the emergence of verbal communication. These questions can only be answered satisfactorily if formulated on the basis of Evolutionary Epistemology. This article describes the evolutionary preconditions for the emergence of consciousness and shows how it can be related to properties of inanimate matter.

Zusammenfassung. Dieser Beitrag stellt ein Modell für die Phylogenese der drei Interaktionstypen vor, die bislang in der Natur vorkommen: die Interaktion der materiellen Objekte, die Semiose der Organismen und die Sprache der Menschen. Das Problem, wie aus abiotischer Materie Pflanzen, Tiere und schließlich so komplexe Organismen wie die Hominiden entstanden sind, kann heute als gelöst gelten, zumindest was die anatomischen Eigenschaften betrifft. Doch der Ursprung der Semiose und der grundlegenden Kognitionsprozesse ist noch umstritten. Gleiches gilt für die Emergenz der verbalen Kommunikation. Diese Fragen lassen sich nur befriedigend beantworten, wenn sie auf der Grundlage der Evolutionären Erkenntnistheorie beantwortet werden. Der vorliegende Artikel beschreibt die evolutiven Vorbedingungen der Anfänge des Bewußtseins und zeigt, wie es zu bestimmten Eigenschaften der unbelebten Materie in Beziehung gesetzt werden kann.

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Kommunikation zwischen Mensch und Vogel: Eine Fallstudie zu den kognitiven Fähigkeiten eines Papageis

Irene M. Pepperberg, Universität von Arizona, Tucson

Summary. An African Grey parrot has been taught to use the sounds of English speech to identify, request, refuse, categorize, and quantify more than 100 different objects. He has also learned the presence or absence of particular categories of similarity and difference between objects. When shown collections of exemplars of various combinations of shapes, colors, and materials (subsets of 7 taken from 100 possible objects), he can provide, vocally, specific information about a single designated object in the collection (e.g., the color of the sole object that is wooden). His accurate performance (75–85%) on these tasks indicates that he understands all the elements of the question that he is asked and the labels that he produces. His behavior is discussed in the context of the prerequisites for, and the importance of, studies of interspecies communication.

Zusammenfassung. Einem Afrikanischen Graupapagei wurde beigebracht, Lautfolgen der englischen Sprache zur Identifikation, Anforderung, Zurückweisung, Kategorisierung und Mengenangabe von mehr als 100 Gegenständen zu benutzen. Der Vogel lernte außerdem die An- und Abwesenheit von Gleichheit oder Verschiedenheit der Gegenstände in bezug auf bestimmte Merkmalskategorien anzuzeigen. Wenn man ihm Kollektionen von jeweils 7 Gegenständen (aus der Basismenge der 100 Gegenstände) präsentiert, die unterschiedliche Kombinationen von Form, Farbe und Material aufweisen, so ist er in der Lage, spezielle Informationen über ausgewählte Gegenstände lautsprachlich mitzuteilen; beispielsweise nennt er die Farbe des einzigen hölzernen Gegenstandes einer solchen Kollektion. Seine Leistung (75­85% richtige Antworten auf einschlägige Fragen) läßt darauf schließen, daß er die Bestandteile der gestellten Fragen ebenso wie die von ihm selbst geäußerten Gegenstandsbezeichnungen versteht. Das Verhalten des Papageis wird im Rahmen der Auseinandersetzungen über die Voraussetzungen und den Wert von Untersuchungen zur artübergreifenden Kommunikation diskutiert.

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Die Semiotik des Bildes: Zum Forschungsstand am Anfang der 90er Jahre

Göran Sonesson, Universität Lund

Summary. In present-day Western cultures iconic and/or visual communication prevails, but one cannot say that these cultures are regressing to the mythical stage before the introduction of language. The paradox of modernity lies in the increasing standardization of seemingly unique visual objects, and is manifested by the growing number of picture types, the multiplication of picture tokens, the increasing differentiation of picture categories, the ever-widening reach of picture circulation, and the intensified activation of pictures through channels such as television and magazines, which leads to an adaptation of the pictorial medium to the naive communication model formulated within information science. The present article gives a critical review of the various attempts within the semiotics of pictures of the last 20 years to account for the pictorial character of pictures. Pictures are treated as pictorial texts, which can be subjected to the methods of experiment, text analysis, systems analysis and text classification. The ways of modeling pictures developed by Greimas, Saint-Martin and the Group µ are critically compared with respect to their results in the description of selected pictures. The article ends with a discussion of basic concepts such as those of the plastic and iconic levels of pictures and the indexicality of photos.

Zusammenfassung. In den heutigen westlichen Kulturen überwiegt zwar die ikonische und/oder visuelle Kommunikation, doch kann man deshalb nicht sagen, daß sie zu dem Stadium vor der Einführung der Wortsprache zurückgekehrt sind. Die Paradoxie der Moderne besteht in der zunehmenden Standardisierung von jeweils scheinbar einzigartigen visuellen Gegenständen und zeigt sich in der Zunahme der Bildtypen, der Vermehrung der Bildtoken, dem Anwachsen der Bildsorten, dem Weitergreifen der Bildzirkulation und der Verstärkung der Bildaktivation durch Kanäle wie das Fernsehen und die Illustrierte, womit sich schließlich auch die Bildkommunikation immer mehr dem naiven Kommunikationsmodell der Informationswissenschaft anpaßt. Der vorliegende Artikel gibt eine kritische Darstellung der Versuche in der Bildsemiotik der letzten 20 Jahre, die Bildhaftigkeit von Bildern zu erfassen. Er behandelt Bilder als bildhafte Texte und konfrontiert die Methoden des Experiments, der Textanalyse, Systemanalyse und Textklassifikation mit ihren Ergebnissen. Die Analyse-Modelle von Greimas, Saint-Martin und der Gruppe µ werden anhand von Beispielen auf ihre Leistungsfähigkeit hin überprüft. Konzepte wie die der plastischen und ikonischen Schicht von Bildern und der Indexikalität von Photographien werden ausführlich diskutiert.

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Verhaltensprogramme, unmerkliche Mitteilungen und prozessuales Lernen

Günter Tembrock, Humboldt-Universität, Berlin

Summary. The author emphasizes the importance of semiotic approaches within socio- and psychobiology and discusses Pepperberg’s research design in this context. (1) He questions the linguistic character of the vocal contacts between the grey parrot and the humans conducting the experiment and claims that the use of nonverbal stimuli would have been more efficient. (2) He argues that the methods of exceptional learning developed within social psychology are neither required nor useful for the parrot’s acquisition of an interspecific code. (3) He criticizes the hypothesis that being hungry involves activating a concept of absence which could be commented upon, and claims that hunger directly triggers a behavioral program that consists in various procedures of food search and functions without conceptualization of any kind. (4) He problematizes the controllability of vocal contacts in these experiments, arguing that they would need to be replicated using voices of unknown persons and transmitting them with a loudspeaker. In conclusion, he argues for the application of Occam’s razor to the explanations given by Pepperberg and for explaining the remarkable results of her experiments without assuming communication in the strong sensae, but on the basis of conceptual, discriminatory, and processual learning. For semiotics there remains the challenge to clarify the social and ecological prerequisites of human-animal interaction.

Zusammenfassung. Der Verfasser betont die Wichtigkeit der semiotischen Ansätze in Sozio- und Psychobiologie und diskutiert Pepperbergs Forschungsdesign in diesem Rahmen. Erstens bezweifelt er den sprachlichen Charakter der Lautkontakte zwischen Experimentator und Graupapagei und behauptet, daß der Gebrauch nonverbaler Stimuli wirkungsvoller gewesen wäre. Zweitens führt er aus, daß die in der Sozialpsychologie entwickelten Methoden außergewöhnlichen Lernens weder erforderlich noch hilfreich sind für den Erwerb eines artübergreifenden Kodes durch einen Papagei. Drittens kritisiert er die Hypothese, daß Hunger zur Aktivierung eines Konzepts der Abwesenheit führt, die sich prinzipiell verbal kommentieren ließe, und setzt die These dagegen, daß Hunger nur ein Verhaltensprogramm auslöst, das in verschiedenen Verfahren der Nahrungssuche besteht und ohne jede Konzeptualisierung auskommt. Viertens problematisiert er die Kontrollierbarkeit der Lautkontakte in den Experimenten mit dem Argument, daß sie replizierbar sein müssen durch den Einsatz von Lautäußerungen unbekannter Personen und deren Fernübertragung durch Lautsprecher. Abschließend plädiert er dafür, an Pepperbergs Erklärung das Ockhamsche Messer anzulegen und die bemerkenswerten Ergebnisse ihrer Experimente ohne Kommunikation im starken Sinne, aber mithilfe von konzeptuellem, diskriminatorischem und prozessualem Lernen zu erklären. Die Semiotik bleibt gefordert, die sozialen und ökologischen Vorausetzungen der Interaktion von Mensch und Tier zu klären.

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Zeichenprozesse als Bedingungen der Möglichkeit von Leben und Evolution: Zur Notwendigkeit einer Molekularpragmatik

Günther Witzany

Summary. The author argues the position that life is only possible on the basis of semiotic processes. He claims that Nature is semiotically organized and that evolution is semiotically controlled, and justifies these claims by elaborating and generalizing the tenets of action-theoretically oriented pragmatics and discussing them with respect to recent research results in biological taxonomy, molecular biology, biochemistry, sociobiology, and the theory of evolution. Particularly compelling evidence for the claim that elementary life processes would be impossible without sign processes is found in intraorganismic semioses. From this perspective, evolution itself no longer appears to be a result of mutation and selection, but of generative semioses and their successful trials within the horizon of Nature as a "universally interacting community".

Zusammenfassung. Der Autor vertritt die These, daß Leben nur unter der Bedingung semiotischer Prozesse möglich ist. Die Annahme einer semiotisch organisierten Natur und einer semiotisch gesteuerten Evolution ist eine Weiterentwicklung und Verallgemeinerung der handlungstheoretisch orientierten Pragmatik im Hinblick auf aktuelle Forschungsergebnisse der biologischen Taxonomie, Molekularbiologie, Biochemie, Soziobiologie und Evolutionstheorie. Gerade der Bereich intraorganismischer Semiosen verdeutlicht, daß elementare Lebensprozesse ohne Zeichenprozesse unmöglich wären. In dieser Perspektive erscheint auch Evolution nicht mehr als Ergebnis von Mutation und Selektion, sondern von generativen Semiosen und deren Bewährung im Horizont von Natur als "universaler Interaktionsgemeinschaft".

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