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TU Berlin

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Geballte Zeichen: Das Symbol und seine Deutungen

Armin Burkhardt, Universität Magdeburg

Summary. Philosophy, semiotics and linguistics of the 20th century have produced quite heterogenous definitions of the concept of symbol which are partly contradictory to one another. With the normal understanding of "symbol" as 'physical representation of an idea' as a starting point, Hegel, Schaff and Eco’s conceptions of symbol are described. Further analyses show that symbols are based on either spontaneous or conventional interpretations which constitute a separate sign type and involve metonymic, synecdochical and metaphorical processes. Literary symbols are a special case. The potential and scope of the symbol can be characterized by notions such as attachment, partial analogy (between expression and content), ambiguity/openness, cultural ties, recollection of stories and history, exposedness.

Zusammenfassung. Philosophie, Semiotik und Linguistik haben im 20. Jahrhundert völlig heterogene Bestimmungen des Symbolbegriffs hervorgebracht, die teilweise untereinander im Widerspruch stehen. Ausgehend vom Normalverständnis des Symbols als ’Sinnbild’ werden zunächst die Symbolkonzeptionen von Hegel, Schaff und Eco beschrieben. Weitergehende Analysen zeigen, daß Symbole ein Zeichentyp eigener Art sind, der sich spontanen oder konventionellen Deutungen verdankt und auf metonymische, synekdochische und metaphorische Prozesse zurückführbar ist. Einen Sonderplatz nehmen literarische Symbole ein. Mit Begriffen wie Verbundenheit, partielle Analogie (zwischen Ausdruck und Inhalt), Zweideutigkeit/Offenheit, Kulturgebundenheit, Erinnerung an Geschichte(n) und Exponiertheit lassen sich Leistung und Spielraum des Symbols ausmessen.

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Sprachliche Darstellung als Prozeß: Die Pragmatisierung eines Begriffs von Kant bis Bühler

Brigitte Nerlich, Universität Nottingham

Summary. This article traces the evolution of the concept of Darstellung (representation) and its incorporation into increasingly 'pragmatic' theories of language and meaning from Kant to Bühler. In Kant’s philosophy thoughts can be represented by signs (characterisms) or, in the case of pure concepts of reason, by symbols (hypotyposes, Darstellungen). Language is seen as a pure exteriorization of thoughts. In Roth’s 1795 treatise words are considered symbols. Darstellung is an integral part of the linguistic process of articulation and communication. Bernhardi regards Darstellung as the central feature of communication and comprehension, insofar it establishes a dialogical relationship between rational beings. This view is continued by Humboldt. But unlike his post-Kantian predecessors, he recognizes that not only does language represent thoughts but that thinking is dependent on language, and here again the processes of dialogical communication are of central importance. Steinthal concentrates his attention on understanding, not on communication. However, he makes a basic distinction between Darstellung, communication and expression. Wegener adds to these functions of language the function of appeal: language is not merely used to represent thoughts, but to influence the will and beliefs of others. Finally, Bühler integrates the function of Darstellung into a genuinely pragmatic theory of language.

Zusammenfassung. In diesem Artikel wird die Entwicklung des Begriffs der Darstellung und seine zunehmende Integration in pragmatische Theorien der Sprache und der Bedeutung von Kant bis Bühler behandelt. In Kants Philosophie können Gedanken durch Zeichen (Charakterismen) dargestellt werden, oder, im Falle von reinen Verstandesbegriffen, durch Symbole (Hypotyposen, Darstellungen). Sprache wird als reine Entäußerung der Vernunft betrachtet. In Roths Abhandlung von 1795 werden Worte als Zeichen und Symbole zugleich betrachtet. Darstellung wird zu einem integralen Teil von sprachlicher Artikulation und Mitteilung. Bernhardi erkennt den zentralen Stellenwert der Darstellung im Prozeß der dialogischen Mitteilung und Verständigung zwischen vernünftigen Wesen. Diese Einschätzung wird von Humboldt geteilt. Im Gegensatz zu seinen nach-Kantischen Vorgängern erkennt Humboldt jedoch, daß Sprache nicht nur Gedanken darstellt, sondern daß Denken auf Sprache beruht, und hier ist der Prozeß der wechselseitigen Mitteilung wiederum zentral. Steinthal konzentriert seine Aufmerksamkeit auf das Verstehen, nicht auf die Mitteilung. Er macht jedoch eine erste Unterscheidung zwischen Darstellung, Mitteilung und Ausdruck. Wegener fügt diesen Sprachfunktionen diejenige des Appells hinzu, d.h. Sprache wird nicht nur zur Darstellung von Gedanken benutzt, sondern auch zur Beeinflussung des Willens und Denkens anderer. Bühler schließlich integriert die Funktion der Darstellung in eine wahrhaft pragmatische Sprachtheorie.

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Ausdruck als Mitteilung und Steuerung: Pragmatische Kritik an Wundts völkerpsychologischem Forschungsprogramm

Ausdruck als Mitteilung und Steuerung: Pragmatische Kritik an Wundts völkerpsychologischem Forschungsprogramm

Frank Vonk, Velp (Niederlande)

Summary. The history of "pragmatics", whether linguistic, philosophical or psychological, is as old as man’s interest in the impact of speech on social interaction. While classical rhetoric seems to be one of the main sources of studies in the social function of speech, the development  of empirical and experimental psychology in the late 19th and the beginning of the 20th centuries seems to be another, not less important source of studies on the relation between speech and human behavior in the context of the utterance. The author maintains that fundamental methodological research in the domain of linguistic pragmatics cannot be successful without considering the psychological and sociological dimensions of language use. The historical outline given in the following contribution can be read as a description of necessary methodological premises of linguistic pragmatics.

Zusammenfassung. Die Geschichte der Pragmatik, ob linguistisch, philosophisch oder psychologisch betrachtet, ist so alt wie das Interesse des Menschen an der Rolle der Sprache im sozialen Verhalten. Zwar war die klassische Rhetorik eine der wichtigsten Quellen für Studien zur sozialen Funktion der Sprache, doch ist die Entwicklung der empirischen und experimentellen Psychologie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nicht weniger wichtig als Grundlage für die Erforschung der Beziehung zwischen Sprachgebrauch und menschlichem Verhalten in Äußerungskontexten. Der Autor vertritt die These, daß Grundlagenforschung im Bereich der linguistischen Pragmatik nicht erfolgreich sein kann, wenn sie nicht die psychologischen und soziologischen Aspekte des Sprachgebrauchs berücksichtigt. Die historische Übersicht, die in diesem Beitrag gegeben wird, kann insofern als Beschreibung notwendiger methodologischer Prämissen einer linguistischen Pragmatik angesehen werden.

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