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TU Berlin

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Zur Definition des Zeichenbegriffs


Jahr: 1981
Band: 3
Heft: 1

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Jerzy Pelc
Prolegomena zu einer Definition des Zeichenbegriffs

Nelson Goodman
Wege der Referenz

Holger van den Boom
Die Ursprünge der Peirceschen Zeichentheorie. Eine logisch-phänomenologische Rekonstruktion

Jürgen Trabant
Monumentalische, kritische und antiquarische Historie der Semiotik

Einlage
Rainer Schneewolf
Posthölzer

Literaturbericht
Gerhard Regn
Tendenzen der Semiotik in Italien


Prolegomena zu einer Definition des Zeichenbegriffs

Jerzy Pelc, Universität Warschau

Summary. This article discusses problems that should be taken into account when defining the concept of sign. Proceeding from the ancient distinction between semeion (symptom) and semainon (sign), the author asks whether both can be treated in a unified way. He deals with the following questions: Is a sign a concrete or an abstract entity? Do signs belong to the category of things or to the category of facts? Is the relation that holds between signs and objects sometimes a natural, or always a conventional, one? Does using a sign sometimes or always involve making an inference?

Zusammenfassung. Der Aufsatz diskutiert Probleme, die in einer Definition des Zeichenbegriffs berücksichtigt werden sollten. Ausgehend von der antiken Unterscheidung zwischen Semeion (Anzeichen) und Semainon (Zeichen), fragt der Autor, ob die beiden Zeichensorten auf einheitliche Weise charakterisiert werden können. Dabei werden folgende Fragen behandelt: Ist ein Zeichen eine konkrete oder eine abstrakte Entität? Gehören Zeichen zur Kategorie der Dinge oder zur Kategorie der Tatsachen? Besteht zwischen Zeichen und Objekt manchmal eine natürliche Beziehung, oder ist diese Beziehung immer konventionell? Ist Zeichenverwendung manchmal oder immer mit Schlußfolgern verbunden?

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Wege der Referenz

Nelson Goodman, Harvard University

Summary. The author is concerned with the various relationships that may obtain between a sign or symbol and what it stands for. He characterizes four kinds of denotational reference, viz., verbal denotation, notation, pictorial denotation, and quotation; and he distinguishes them from nondenotational reference, e.g., exemplification and expression. He goes on to analyze cases where the referent of a sign itself stands for something else, and so on, thus making up chains of reference having two or more links. In terms of such chains, a way of measuring referential distance is developed. It is shown how fictive and figurative reference and the relationship between symbols and our several worlds can be clarified with this conceptual apparatus.

Zusammenfassung. Der Autor untersucht die verschiedenen Beziehungen, die zwischen einem Zeichen oder Symbol und dem von ihm Bezeichneten bestehen können. Er unterscheidet denotierende von nichtdenotierender Referenz und charakterisiert als Arten denotierender Referenz die sprachliche Denotation, die Notation, die bildliche Denotation und das Zitat, als Arten nichtdenotierender Referenz die Exemplifizierung und den Ausdruck. Dann analysiert er Fälle, in denen das Referenzobjekt eines Zeichens selbst als Zeichen für etwas anderes verwendet wird. Derartige Referenzketten werden mit Hilfe einer Hierarchie von Denotationsebenen und zweier Maße des Referenzabstandes beschrieben. Metaphern werden als Fälle komplexer Referenz behandelt und auf Denotation und Exemplifizierung zurückgeführt. Wie sich zeigt, eignet sich der eingeführte Begriffsapparat zur Klärung nicht nur der fiktiven Referenz, sondern auch des Verhältnisses zwischen Zeichen und Realität im allgemeinen.

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Der Ursprung der Peirceschen Zeichentheorie. Eine logisch-phänomenologische Rekonstruktion

Holger van den Boom, TU Berlin

Summary. This article is divided into four parts. Part One characterizes the problem that arises when the logic of signs is represented by signs. Part Two analyzes the foundations of Peirce's semiotic from a logical point of view: It is shown that the paradigm of mediation is to be found in the logical copula as
the third part of a judgment. Part Three deals with the categories of Firstness, Secondness, and Thirdness, which provide the logical frame for a phenomenology of signs based on the logical copula. On the basis of these results, Part Four criticizes the way in which the so-called Stuttgart school of semiotics analyzes the internal structure of the triadic sign relation.

Zusammenfassung. Die Studie ist in vier Abschnitte gegliedert. Der erste Teil skizziert das Problem, das entsteht, wenn die Logik des Zeichens durch Zeichen dargestellt werden soll. Teil 2 erörtert als den logischen Ursprung der Peirceschen Semiotik die Urteils-Kopula, das traditionelle Paradigma der
Vermittlung. Teil 3 beschäftigt sich mit den Kategorien Erstheit, Zweitheit und Drittheit, die den logischen Rahmen einer Phänomenologie des Zeichens abgeben, gegründet auf die Kopula. Schließlich gibt der 4. Teil eine aus dem Vorhergehenden abgeleitete kurze Kritik der Semiotik der Stuttgarter Schule, besonders bezüglich ihrer Auffassung der inneren Struktur der triadischen Zeichenrelation.

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Monumentalische, kritische und antiquarische Historie der Semiotik

Jürgen Trabant, Freie Universität Berlin

Summary. Historiography of semiotics should be aware of the fact that an "objective" history of semiotics is not possible but that there will be different histories of semiotics depending on the different semiotical conceptions of the historians, who should make their semiotical convictions transparent and who should be open to corrections of their history by "antiquarian" (Nietzsche) historical research. Nietzsche's distinction between three motives for a non-objective history ("monumental", "critical", "antiquarian") - which to my opinion have to be linked together in good historiography - is used as an instrument for a short examination of the sketches of the history of semiotics in two well-established introductory works (Walther, Sebeok).

Zusammenfassung. Es kann nicht die ("objektive") Historie der Semiotik, sondern nur verschiedene semiotische Historien geben, die von den jeweiligen semiotischen Konzepten der Historiographen abhängen, von denen zu fordern ist, daß sie ihren semiotischen Standpunkt transparent machen und offen bleiben für Korrekturen ihrer Historie durch "antiquarische" historische Forschung. Im Lichte der drei Nietzscheschen Motive für eine dem "Leben" dienende Historie ("monumentalisch", "kritisch", "antiquarisch"), die m.E. in der Historiographie zu verbinden sind, werden die semiotikgeschichtlichen Skizzen zweier gängiger Einführungswerke (Walther, Sebeok) kritisiert.

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