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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Experimentelle Psychosemiotik: Wahrnehmung - Vorstellung - Begriff


Jahr: 1981
Band: 3
Heft: 4

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Johannes Engelkamp
Einleitung

Werner Wippich
Die duale Kode-Theorie und die Konzeption der Analysestufen

Michael Bock
Organisationsprozesse beim Behalten konkreter und abstrakter Wörter - ein Gedächtnis oder zwei?

Johannes Engelkamp
Sensorische und motorische Aspekte von Bedeutung

Wiel H. Janssen
Vorstellung und Wahrnehmung. Eine Prüfung ihrer Beziehungen mit Hilfe des selektiven Interferenz-Paradigmas

Hans-Georg Bosshardt
Vorstellungen - Grenzgänger zwischen Wissenschaft und Alltagsverstand

Einlage
Martin Krampen
Grüne Archen

Diskussion
Gereon Wolters
Lambert und logische Diagramme. Zu einer Kontroverse zwischen C. Hubig und E. Holenstein

Literaturbericht
Klaus Dirscherl
Semiotik in Frankreich 385


Die duale Kode-Theorie und die Konzeption der Analysestufen

Werner Wippich, Universität Trier

Summary. Why are there differences in the memorizability of pictures and of concrete and abstract words? The dual coding theory as developed by Paivio is discussed as a possible explanation for this concreteness effect. Paivio assumes two independent memory systems for the representation of knowledge about the world: an imaginal and a verbal system. In order to supplement this proposal, the levels-of-processing approach to human memory research is introduced. The author tries to combine both conceptions. The proposed mode is contrasted with alternative views concerning concreteness effects in memory research.

Zusammenfassung. Warum werden Bildinformationen besser behalten als deren Namen und konkrete besser als abstrakte Begriffe? Zur Erklärung dieses Konkretheitseffekts wird die duale Kode-Theorie Paivios dargestellt und diskutiert. Zur Ergänzung dieser Theorie, die zwei voneinander unabhängige Gedächtnissysteme - ein anschauliches und ein verbales - annimmt, wird die gedächtnispsychologische Konzeption der Analysestufen eingeführt. Aus der Verbindung beider Konzeptionen wird eine prozeßorientierte duale Kodierungs-Theorie entwickelt und mit alternativen Modellen zur Erklärung des Konkretheitseffekts kontrastiert.

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Organisationsprozesse beim Behalten konkreter und abstrakter Wörter - ein Gedächtnis oder zwei?

Michael Bock, Ruhr-Universität Bochum

Summary. In an experimental test of Paivio's dual coding theory, 91 subjects (Ss) had to organize 52 concrete and 52 abstract words twice in the same way. The words had to be sorted into 3, 6, 9, 12 or 15 groups. The results for both kinds of words were identical: for up to 12 groups, there was a strong correlation between the number of words recalled and the number of sorting groups prescribed. The sorting criterion, however, was established more quickly with concrete than with abstract words. The ability of Ss to imagine objects coded in language had a significant influence, too. In an additional test Ss preferred to use many groups for concrete words, but only a few for abstract ones. Conclusion: the organizational laws are the same for both kinds of words. We conclude, therefore, contrary to Paivio's theory, that they are stored in the same memory. They are, however, represented in memory by different kinds of relational features.

Zusammenfassung. Berichtet wird über ein Experiment zur dualen Kodiertheorie Paivio's: 91 Versuchspersonen (Vpn) sollten 52 konkrete und 52 abstrakte Wörter zweimal hintereinander in derselben Weise zu 3, 6, 9, 12 oder 15 Gruppen organisieren. Für beide Wortarten zeigte sich übereinstimmend: Nach Erreichen dieses Kriteriums war die Behaltensleistung bis zu einer Gruppenzahl von 12 umso besser, je mehr Gruppen gebildet werden mußten. Das Kriterium wurde bei konkreten Wörtern jedoch schneller erreicht als bei abstrakten, je nach der Fähigkeit einer Vp, sich sprachlich vermittelte Sachverhalte anschaulich vorzustellen. In einem Zusatztest wurden bei konkreten Wörtern viele kleine, bei abstrakten Wörtern nur wenige große Gruppen bevorzugt. Fazit: Für beide Wortarten gelten dieselben Organisationsgesetze. Entgegen Paivios Theorie ist deshalb anzunehmen, daß sie in einem gemeinsamen Gedächtnis gespeichert werden. Sie besitzen jedoch unterschiedliche relationale Gedächtniseigenschaften.

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Sensorische und motorische Aspekte von Bedeutung

Johannes Engelkamp, Universität des Saarlandes

Summary. Meaning is sometimes interpreted as an image and sometimes as a bundle of features which form a concept. In this article relationships between the two approaches are analyzed and recent elaborations of the feature theoretic approach are described. Attention is focussed on the distinction between sensoric and motor features of meaning. Different types of concepts are distinguished depending on the kind and number of features which constitute them. The author reports on a first experiment that supports the assumption of motor features of meaning.

Zusammenfassung. Bedeutung wird teils als Vorstellungsbild (image), teils als Konfiguration aus Bedeutungsmerkmalen, die ein Konzept bilden, interpretiert. In dem Aufsatz werden Verbindungen zwischen beiden Auffassungen aufgezeigt und neuere Differenzierungen der merkmalstheoretischen Konzeption dargestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die Unterscheidung zwischen sensorischen und motorischen Bedeutungskomponenten. Darüber hinaus werden verschiedene Arten von Konzepten nach Art und Menge der Merkmale unterschieden, die ein Konzept konstituieren. Zur Unterstützung der Annahme motorischer Bedeutungskomponenten wird über ein erstes Experiment berichtet.

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Vorstellung und Wahrnehmung. Eine Prüfung ihrer Beziehungen mit Hilfe des selektiven Interferenz-Paradigmas

Wiel H. Janssen, Institut für Sinnesphysiologie TNO, Soesterberg

Summary. This paper discusses visual imagery research with regard to the following four points: 1) the possibility that there is a high degree of equivalence between imagery and perception, 2) the ways in which this possibility could be investigated empirically, 3) the results of experimentation with the so-called paradigm of selective interference, 4) the development of a rather simple model of the visual image based on the evidence from this paradigm.

Zusammenfassung. Dieser Beitrag besteht aus vier Teilen: In Teil 1 werden mögliche Beziehungen zwischen Vorstellen und Wahrnehmen dargestellt. In Teil 2 werden Möglichkeiten diskutiert, solche Beziehungen empirisch, d. h. experimentell-psychologisch, zu überprüfen. In Teil 3 werden Ergebnisse einer solchen Überprüfung mit dem Paradigma der selektiven Interferenz dargestellt. In Teil 4 schließlich wird ein Modell der visuellen Vorstellung präsentiert.

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Vorstellungen - Grenzgänger zwischen Wissenschaft und Alltagsverstand

Hans-Georg Bosshardt,  Ruhr-Universität Bochum

Summary. Imagery in its everyday sense refers to the more or less vivid representation of an object or process which is formed under certain conditions and which serves certain functions. This paper discusses different ways in which the everyday experience of imagery has become the subject matter of empirical investigation. Certain empirical investigations of the conditions modifying image production demonstrate that everyday knowledge about imagery is incomplete. From these investigations it is concluded that a person's ability to form images is not related to the availability of sensory information but to his ability to make one thing stand for another.

Zusammenfassung. Der Begriff der Vorstellung bezeichnet alltagssprachlich eine mehr oder weniger anschauliche Gegenstands- oder Vorgangsrepräsentation, die unter bestimmten Bedingungen entsteht und bestimmte Funktionen hat. Es wird diskutiert, auf welche verschiedenen Weisen alltägliche Vorstellungserlebnisse Gegenstand empirisch-wissenschaftlicher Untersuchung geworden sind. Die Erweiterungsbedürftigkeit des alltäglichen Bagriffs von Vorstellungen wird aufgewiesen anhand von empirischen Untersuchungen der Aktualisierungsbedingungen für Vorstellungserlebnisse. Es wird gezeigt, daß Vorstellungen-Bilden-Können weniger mit der Verfügbarkeit sensorischer Informationen zu tun hat als mit der Fähigkeit, etwas für etwas anderes stehen zu lassen.

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