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TU Berlin

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Subjekt und Entscheidung. Zur Rolle von Norm und Geschmack beim symbolischen Überleben

Luis J. Prieto, Universität Genf

Zum Gedächtnis David Libermans

Summary. Everything that is conscious of its numerical identity, i.e., that acknowledges itself as one, is a subject. The subject attains this consciousness and, in so doing, constitutes itself as a subject when it discovers its capacity of decision. A decision is a transformation or a nontransformation of the subject's body which results from its numerical identity, i.e., from the fact that it is the body of this subject. Positive decisions, which consist in the transformation of the subject's body, are less demonstrative of its own numerical identity than negative ones, which consist in the refusal of transforming it. The norms and taste of a subject are considered to be determined by those negative decisions by means of which it succeeds in constituting itself as a subject.

Zusammenfassung. Wer sich selbst als Einheit erkennt, wer also das Bewußtsein seiner numerischen Identität hat, ist ein Subjekt. Dieses Bewußtsein, und damit den Status eines Subjekts, erlangt nur, wer seine Fähigkeit entdeckt, eigene Entscheidungen zu treffen. Eine Entscheidung ist eine Umwandlung oder Nicht-Umwandlung des Körpers des Subjekts, die von seiner numerischen Identität, d.h. davon, daß es dieser Körper ist, abhängt. Positive Entscheidungen, die in der Zustimmung zur Umwandlung des Körpers bestehen, beweisen dem Subjekt seine Identität weniger deutlich als negative Entscheidungen, die in der Weigerung bestehen, den eigenen Körper umzuwandeln. Die Normen und der Geschmack eines Subjekts werden durch die negativen Entscheidungen bestimmt, die das Subjekt fällt, um sich selbst als Subjekt zu konstituieren.

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Der kritisierte Diskurs. Zu Brechts "Buckower Elegien"

Otto Keller, Universität Zürich

Summary. As is shown through a semiotic analysis of four examples, Brecht's "Buckow Elegies" critically reflect the literary discourse of classicism, which is still prevalent in the 20th century. By responding to this discourse on the level of deep structure, the Elegies subtly draw the reader's attention to the epistemological basis of bourgeois value systems and their ways of mediation. With their subversive character, these poetic texts embody their own unmistakable type of lyrical discourse.

Zusammenfassung. Brechts "Buckower Elegien", an vier ausgewählten Beispielen mithilfe semiotischer Ansätze beschrieben, erweisen sich als Antworten auf den im 20. Jahrhundert weiterhin herrschenden literarischen Diskurs der Klassik. Durch die Verfremdung dieses Diskurses öffnen die Elegien den Blick auf die epistemologische Basis bürgerlicher Wertsysteme und ihre übliche Vermittlung. Diese in die Tiefenstruktur verlagerte Diskurssubversion verleiht den Elegien eine das Denken der Epoche reflektierende kritische Dimension und macht sie so zu einem eigenen lyrischen Diskurstyp.

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Figurenkonstellation und Vermittlungsstruktur. Zu Musils "Verwirrungen des Zöglings Törleß"

Heinz Hafner, Universität Zürich

Summary. Musil's novel is examined semantically with respect to the basic isotopies, which are shown to be correlated with the four main characters and their spatial behavior. The values sought by each of the characters and the perspectives in which they are presented prove that the text belongs to the tradition of educational novels. What turns out to be specific is the way in which Musil combines macrostructure and microstructure.

Zusammenfassung. Die Erzählung Musils wird hier semantisch auf die ihr zugrunde liegenden Isotopien untersucht. Wie sich zeigt, sind diese mit den vier Hauptfiguren und ihrem räumlichen Verhalten korreliert. Die Analyse der Erzählperspektive und der für jede Figur charakteristischen Mangellage führt zu dem Ergebnis, daß Musils Prosa im Bereich der Makrostruktur in der Tradition des Erziehungsromans steht. Jedoch verknüpft Musil Makro- und Mikrobereich auf neuartige Weise.

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Die kollektivierte Figur. Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" als moderner Text

Mario Andreotti, Eggersriet

Summary. The characters Ill and Claire Zachanassian in Dürrenmatt's "tragic comedy" are analyzed with respect to their role within the structure of the drama. They prove not to be autonomous moral personalities in the style of classical heroes who subject themselves to the principle of guilt and atonement, but ambivalent, antimimetic and antinomical characters who simultaneously fulfil contradictory "actantial" functions in the plot. It is the gestural action of a collective of citizens that gives the drama its unity, thereby making it an antimythical modern text.

Zusammenfassung. Die Figuren des Ill und der Claire Zachanassian in Dürrenmatts "tragischer Komödie" werden auf ihre Rolle in der Dramenstruktur hin untersucht. Wie sich herausstellt, handelt es sich nicht um autonome sittliche Persönlichkeiten von der Art klassischer Helden, die sich dem Prinzip von Schuld und Sühne unterstellen, sondern um ambivalente, antimimetische und antinomische Charaktere, die im Rahmen der Handlung gegensätzliche aktantielle Rollen zugleich erfüllen. Es ist der Gestus des kollektiven Handelns der Bürger, der die Einheit des Stückes herstellt und es zu einem antimythischen modernen Text macht.

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Kreuz-Zeichen-Prozesse bei Otfrid von Weißenburg

Alexander Schwarz, Universität Zürich

Summary. The author uses St. Augustine's sign conception to decode three chapters in the Old High German Evangelic text of Otfrid von Weißenburg, which had previously presented obstacles to interpretation. As is shown, it is with increasing perspicuity that Otfrid turns Christ's death on the cross into a sign with which God reveals his grace to mankind. Whereas St. Augustine seems to have conceived of sign relations as statically given, Otfrid produces them step by step in his text; the metamorphosis of the cross from res to signum is effected through beneficial prayer.

Zusammenfassung. Drei Kapitel in der althochdeutschen Evangeliendichtung Otfrids, die bisher als schwer zu interpretieren galten, werden ausgehend von Augustins Zeichenkonzeption entschlüsselt. Es wird gezeigt, daß Otfrid von Kapitel zu Kapitel deutlicher dem Kreuzestod Christi den Status eines Zeichens verleiht, mit dem Gott der Menschheit seine Gnade offenbart. Während in Augustins Zeichenkonzeption die Zeichenbeziehungen statisch festzuliegen scheinen, werden sie bei Otfrid schrittweise hergestellt; zur Metamorphose des Kreuzes von der Res zum Signum kommt es im segensuchenden Gebet.

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Altgriechische Mädchennamen. Das Anthroponym als narrative Aussage

Claude Calame, Universität Lausanne

Summary. Ancient Greek proper names are morphologically complex and thus induce Greek poets to play upon them in various ways. Analyzing the structure and use of ancient Greek girl's names, the author shows that these manipulations have an important function in poetic discourse. Proceeding either from the traditional plot of the myth in question or from a more or less arbitrary etymology of the name, significations are produced which confirm the allegedly essential properties of the name bearer. Greek proper names thus double the narrative statements and contribute to the constitution of the narrative characters. The study shows on what grounds Plato could claim in his "Kratylos" that "to know a name is to know the thing".

Zusammenfassung. Die altgriechischen Eigennamen sind morphologisch komplex und geben so den griechischen Dichtern Anlaß zu allerlei Wortspielen. Der Autor zeigt am Beispiel der altgriechischen Mädchennamen, daß diese Wortspiele nichts Überflüssiges sind, sondern eine wichtige Funktion für die Struktur des jeweiligen poetischen Textes haben. Ausgehend entweder vom überlieferten Stoff des betreffenden Mythos oder von einer mehr oder weniger willkürlichen Etymologie des Namens werden Signifikate hergestellt, die die angeblichen Wesenseigenschaften des Namensträgers bestätigen. Die Eigennamen verdoppeln so die erzählerische Aussage über den Namensträger und dienen damit im Diskurs der Figurativierung. Die Untersuchung zeigt, mit welchem Recht Platon im "Kratylos" sagen konnte: "Die Namen kennen heißt die Dinge kennen".

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Wörtliche Bedeutung und reflexiver Sinn

Jean Widmer, Universität Fribourg

Summary. As stated in Searle (1980), the meaning of an utterance is produced on the basis of background knowledge which is not fully explicable. Combining this analysis with ethnomethodological findings, the author describes how background knowledge functions in verbal communication. He argues that specific interpretative processes are involved through which the meanings of the relevant elements are submitted to reflexive determination. The elements concerned include not only the verbal items of an utterance, but also its position in a text and the communicative relationship between its sender and addressee. As the study shows, the language system, language use, and the production of meaning have complementary roles in verbal communication.

Zusammenfassung. Wie Searle (1980) zeigt, wird der Sinn einer Äußerung aufgrund nichtsprachlichen Hintergrundwissens hergestellt, das seinerseits nicht vollständig explizierbar ist. Ausgehend von diesen Überlegungen wird hier auf der Basis ethnomethodologischer Forschungen untersucht, wie dieses Hintergrundwissen in verbaler Kommunikation funktioniert. Wie sich herausstellt, handelt es sich um spezifische Interpretationsprozesse, durch die die relevanten Elemente einer reflexiven Determination unterworfen werden. Zu den betreffenden Elementen gehören nicht nur die verbalen Ausdrücke einer Äußerung sondern auch ihre Stellung im Text und die Kommunikationsbeziehung zwischen ihrem Sender und ihrem Adressaten. Aus der Untersuchung ergeben sich Folgerungen zum komplementären Status von Sprachsystem, Sprachgebrauch und Sinnfindung.

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Quand les mots raisonnent. Remarques sur les conclusions non formelles

Catherine Péquegnat, Université de Neuchâtel

Summary. Argumentation in the discourse of the humanities is investigated here from the perspective of natural logic. A text is taken to be a concatenation of utterances which serve the reader to construct objects of discourse and to set up relations among them. Insofar as argumentation does not adhere to the rules of formal logic, it is a process inviting a certain interpretation for one of the objects of discourse. Arguments are utterances that reduce the set of possible interpretations to a single one. The reperformance of an argumentation process during the perusal of a text is controlled by linguistic means such as comments and questions. This conception is developed here on the basis of an analysis of a passage from a history book.

Zusammenfassung. Der Aufsatz untersucht Argumentation im Diskurs der Geisteswissenschaften aus der Perspektive der natürlichen Logik. Texte werden als Ketten von Äußerungen verstanden, die Diskursgegenstände aufbauen und miteinander in Bezug setzen. Argumentation ist, soweit sie nicht die Regeln der formalen Logik benutzt, im wesentlichen ein Vorgang, der für einen Diskursgegenstand eine bestimmte Interpretation nahelegt. Argumente sind Äußerungen, die den Bereich möglicher Interpretationen schrittweise bis auf eine einzige zusammenschrumpfen lassen. Der Nachvollzug eines Argumentationsprozesses beim Lesen eines Textes wird durch sprachliche Mittel wie Kommentare und Fragen gesteuert. Diese Konzeption wird hier entwickelt anhand der Analyse eines geschichtswissenschaftlichen Beispieltextes.

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Les valeurs dans le discours

Denis Apothéloz, Université de Neuchâtel

Summary. This contribution begins by distinguishing between the prevalent meanings ascribed to the term "value" in scientific texts and then reconstructs some variants of the notion of value from a semiological and pragmatic perspective. On the basis of the concepts "cultural preconstruct", "axiological category", "consistency", "subjective, social, and absolute truth", as well as "pragmatic function", the acts of subscribing to an evaluation, evaluating, and imputing an evaluation are explicated. In conclusion, it is shown how evaluations which are implicit in a text can be made explicit.

Zusammenfassung. Der Beitrag beginnt mit der Unterscheidung der wichtigsten Bedeutungen des Terminus "Wert" in der wissenschaftlichen Literatur und rekonstruiert einige Varianten des Wertbegriffs dann auf semiologischer und pragmatischer Basis. Mithilfe von Begriffen wie "kulturelles Vorkonstrukt", "axiologische Kategorie", "Konsistenz", "subjektive, gemeinschaftliche und absolute Wahrheit" sowie "pragmatische Funktion" werden Vorgänge wie die Wertübernahme, die Bewertung und die Bewertungsunterstellung expliziert. Abschließend wird gezeigt, wie sich die in einem Text implizit gegebenen Wertungen explizit machen lassen.

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La fonction de l'espace clos. Analyse d'un roman de García Márquez

Luis Vélez-Serrano, Université de Fribourg

Summary. Closed spaces can be delineated (e.g., as a room or a house) and combined with each other (e.g., into appartments or cities); they specify restrictions for ways of behavior and their interpretation (e.g., at home or in public); they even contribute to a reinterpretation of given modes of social behavior (e.g., as "exaggerated" or "ironic"). The first statement concerns the relation space - space and is treated within syntactics; the second statement concerns the relation space - signified and is treated within semantics; the third statement concerns the relation space - subject and is treated within pragmatics. This article presents the syntactics, semantics, and pragmatics of closed spaces in the novel Autumn of the Patriarch by García Márquez. As is shown, not only the actions but also the characters described in the novel are fundamentally determined by the spaces surrounding them. This goes so far that the human relationships in which the Patriarch is involved can be characterized with respect to the closed spaces in which they are pursued.

Zusammenfassung. Geschlossene Räume lassen sich voneinander abgrenzen (z. B. Zimmer, Häuser) und miteinander kombinieren (z. B. zu Wohnungen, Städten); sie legen einen Spielraum für Verhaltensweisen und deren Interpretation fest (z. B. zu Hause, in der Stadt); sie tragen sogar zur Uminterpretation von sozial definierten Verhaltensweisen bei (z. B. als "übertrieben", "ironisch"). Die erste Feststellung betrifft die Beziehung Raum - Raum und wird in der Syntaktik behandelt, die zweite betrifft die Beziehung Raum - Bezeichnetes und wird in der Semantik behandelt, die dritte betrifft die Beziehung Raum - Subjekt und wird in der Pragmatik behandelt. Der vorliegende Beitrag untersucht die Syntaktik, Semantik und Pragmatik geschlossener Räume am Beispiel des Romans Der Herbst des Patriarchen von García Márquez. Dabei zeigt sich, daß sowohl die Handlungen als auch die Charaktere des Romans durch die Räume, in denen sie auftreten, wesentlich beeinflußt werden. Das geht so weit, daß z. B. die zwischenmenschlichen Beziehungen des Patriarchen durch die geschlossenen Räume charakterisiert werden können, in denen sie stattfinden.

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De la dimension sociale du langage architectural

Pierre Pellegrino, François Tran, Université de Genève

Summary. Semiotics, seen as the investigation of structures of meaning, and semiology, seen as the investigation of meaning production, are here applied to architecture. Since architecture controls, and is controlled by, human forms of perception and modalities of cultural interaction, it has to be analyzed not only from a functional, but also from a social and historical perspective. The realization of given historical, social, and functional requirements through varying techniques of construction can, in special local contexts, engender new architectural codes. This is shown by the Lyonese citizen's house of the 19th Century, which was built from tiles like a worker's house but furnished with a facade of (imitated) natural stone like a palace. The Saussurean conception of the relationship between signifier and signified and Hjelmslev's concept of connotation are used to clarify the various approaches to the description of meaning production developed in the theory of architecture. In this way, an explication is given of the functionalist, the emblematic, the communication-oriented, the modernist, and the post-modernist approaches.

Zusammenfassung. Semiotik als Untersuchung von Sinnstrukturen und Semiologie als Untersuchung von Sinnproduktion werden hier auf die Analyse von Architektur angewandt. Da Architektur die Formen der Wirklichkeitserfassung und die Modalitäten kultureller Interaktion bestimmt und durch sie bestimmt wird, ist sie nicht nur unter funktionaler, sondern auch unter sozialer und historischer Perspektive zu untersuchen. Als Beispiel dafür, daß die Realisierung gegebener historischer, sozialer und funktionaler Anforderungen durch unterschiedliche Bautechniken in bestimmten lokalen Kontexten zu neuen Architekturkodes führt, dient das Lyoner Bürgerhaus, das im 19. Jahrhundert wie ein Arbeiterhaus aus Ziegeln gebaut aber wie ein Adelspalast mit einer Fassade aus (imitiertem) Naturstein versehen wurde. Um die Sinnproduktion beim Bauen zu erfassen, hat die Architekturtheorie eine Reihe verschiedener Ansätze entwickelt, die sich alle auf der Grundlage der Saussureschen Konzeption des Verhältnisses von Bezeichnendem und Bezeichnetem und der Hjelmslevschen Konzeption der Konnotation beschreiben lassen. Auf diese Weise werden hier der funktionalistische, der emblematische, der kommunikationsbezogene, der modernistische und der postmodernistische Ansatz expliziert.

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Die Schweiz, die Semiotik und der Film: von Saussure bis Godard

Brenda Bollag, Universität Genf

Summary. Is there a relationship between Saussure's semiological explorations of the early part of the century and the intensely self-questioning, auto-analytical tendency of the New Swiss Cinema of the 1960's and 70's? According to the author, both may be tied to the plurilinguistic and pluricultural nature of the Swiss nation itself and the latter can be seen as an important contribution to our understanding of how the cinema functions as a communication system. Seeking to provide a more truthful alternative to the cinematographic image of Switzerland as a "perfectly-functioning little land of cheese, chocolate and breathtaking scenery", filmmakers such as Alain Tanner, Daniel Schmid, Kurt Gloor, and Yves Yersin have attempted through various means to clarify the way in which verbal, photographic, and other non-cinematographic signs are represented on the screen. It is, however, the work of Jean-Luc Godard which is seen as the most important and successful of these attempts at on-screen analysis of the film as a sign system. The films from his most recent period - i.e. those made since his return to Switzerland - are shown to be both the most accessible and the most theoretically coherent of his long series of inquiries into the ways in which meaning is constructed through the assemblage of filmic sounds and images.

Zusammenfassung. Läßt sich eine Beziehung herstellen zwischen den semiotischen Überlegungen Saussures zu Beginn des Jahrhunderts und der so eindringlichen Selbstbeobachtung und Selbstanalyse im Neuen Schweizer Film der 60er und 70er Jahre? Nach Ansicht der Verfasserin haben beide ihre Wurzeln in der Vielsprachigkeit und kulturellen Vielfalt der Schweiz, und der Neue Schweizer Film ist als direkter Beitrag zum Verständnis des Kinos als eines eigenständigen Kommunikationssystems aufzufassen. In ihrem Bestreben, die gängige Vorstellung von der Schweiz als "reibungslos funktionierendem Land des Käses, der Schokolade und der atemberaubenden Bergwelt" durch eine wahrhaftigere Darstellung zu ersetzen, haben Filmemacher wie Alain Tanner, Daniel Schmid, Kurt Gloor und Yves Yersin geglaubt, zunächst die Frage klären zu müssen, wie verbale, photographische und andere nichtfilmische Zeichen auf der Leinwand wiedergegeben werden und wie aus ihnen im Film ein Sinn produziert wird. Diese auf der Leinwand selbst erscheinende Analyse des Films als eines Zeichensystems wird am konsequentesten von Jean-Luc Godard betrieben. Vergleicht man die lange Reihe der von ihm geschaffenen filmischen Selbstanalysen des Films, so kann man feststellen, daß er mit den Filmen, die in seiner neuesten Schaffensperiode - seit seiner Rückkehr in die Schweiz - entstanden sind, zu allgemeiner Verständlichkeit und theoretischer Kohärenz gefunden hat.

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